Wenn ein Unternehmen „B2“ fordert, eine Prüfung „B2“ bescheinigt und der Unterricht auf „B2“ vorbereitet – sprechen dann alle drei von derselben Sprachkompetenz?
Muza Nuri betrachtet diese Frage von beiden Enden der Kette: als Bildungsträger und telc-Prüfungszentrum in Deutschland und als Betreiber von Sprachschulen und Prüfungszentren in Usbekistan, aus denen Pflegekräfte, Auszubildende und Bauhandwerker nach Deutschland kommen.
Aus der täglichen Zusammenarbeit mit Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Bauunternehmen berichtet er, welche Niveaus und Zertifikate tatsächlich verlangt werden, wo die Erwartungen der Personalabteilungen von der Prüfungsrealität abweichen und woran die ersten Monate im Betrieb wirklich scheitern: selten am Niveau, häufig an Fachsprache, Dialekt, Telefonaten und ungeschriebenen Regeln.
Er zeigt außerdem, wie der Lehrkräftemangel in Herkunfts- und Zielländern die Vorbereitung begrenzt, welche Ansätze sich in einem Pilotprojekt zur Lehrkräfteweiterbildung bewährt haben – und was Bildungseinrichtungen und Lehrkräfte daraus für ihren eigenen Unterricht mitnehmen können.
Im Vortrag erwarten Sie
- Realitätsabgleich: Was Unternehmen unter „gutem Deutsch“ verstehen – und was ein Zertifikat aussagt
- Praxisbeispiele aus Pflege, Bau und Ausbildung: die typischen Stolpersteine der ersten Monate
- Blick nach Zentralasien: Sprachausbildung, telc Prüfungen und Lehrkräftequalifizierung im Herkunftsland
- Konkrete Empfehlungen für den Unterricht: Fachsprache, Handlungssituationen und Betriebsnähe von Anfang an
Speaker
Muza Nuri
Muza Nuri ist Geschäftsführer der Bildung & Beruf GmbH in Kempten (Allgäu) – ein BAMF-zugelassener und TÜV-zertifizierter Bildungsträger mit über 35 Jahren Erfahrung in der beruflichen Bildung, zu dem die Sprachenschule Lingua VIVA und ein telc-Prüfungszentrum gehören.
Der aus Usbekistan stammende Unternehmer hat die Tochtergesellschaft Bildung und Beruf MCHJ mit Standorten in Taschkent, Samarkand und Fergana (Usbekistan) aufgebaut und verantwortet dort telc-Prüfungen, Lehrkräftequalifizierung und berufsbezogene Sprachausbildung.
Gemeinsam mit deutschen Unternehmen aus Pflege, Bau, Gastronomie und Handwerk begleitet er die Gewinnung und Qualifizierung internationaler Fachkräfte – von der Sprachprüfung im Herkunftsland bis zum ersten Arbeitstag im Betrieb.